Vom Menschen vor der Höhle

Kennen Sie Minecraft? Jenes digitale Legospiel, bei dem Sie sich als Bauer oder Ingenieur betätigen können? Mein Sohn und ich haben mittlerweile fast alles automatisiert, was geht: Sogar die Schafe werden von Scheren in Dispensern geschoren. Uns ist langweilig geworden. Und wir fragen uns: Und jetzt?
Fühlt sich ziemlich real an: Die KI geht gerade mit dem Zweihänder durch die Stellenlandschaft, sie senkt die Kosten und steigert die Produktivität so massiv, dass es uns einfach immer weniger braucht.
Wir werden überflüssig. Überflüssig für den Arbeitsmarkt. Als die Maschinen unsere Muskeln ersetzten, wichen wir in den Kopf aus. Jetzt wird der Kopf ersetzt – ein Stockwerk darüber ist nicht in Sicht. Und wir fragen uns: Und jetzt?
Ist uns zum Glück nicht ganz fremd: Dieselbe Frage haben wir uns vor Zehntausenden von Jahren schon einmal gestellt. Wir hatten ein Mammut erlegt und damit Fleisch im Überfluss, hatten nichts zu tun, setzten uns vor die Höhle, blinzelten in die Sonne – und fragten uns: Und jetzt?
So hocken wir also da. Überflüssig, ohne Auftrag. Wer das Mammut verteilt, ist eine politische Frage. Mich beschäftigt hier eine andere: Was haben wir im Überfluss geschenkt bekommen? Leerlauf. Langeweile. Freie Zeit.
Und was machen wir damit: totschlagen oder füllen? Füllen kann man lernen. Mehr dazu nächste Woche.


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