top of page


Vom Menschen vor der Höhle
Mein Sohn und ich haben in Minecraft fast alles automatisiert, sogar das Scheren der Schafe. Jetzt ist uns langweilig. Mit dem Arbeitsmarkt macht die KI gerade dasselbe. Als die Maschinen unsere Muskeln ersetzten, wichen wir in den Kopf aus. Jetzt wird der Kopf ersetzt. Und jetzt? Dieselbe Frage haben wir uns schon einmal gestellt, vor der Höhle, mit einem erlegten Mammut. Teil 1 eines Zweiteilers über Leerlauf, Langeweile und freie Zeit.

Roger Koch
1 day ago1 min read


Vom letzten Vorsprung
Als Amazon um die Jahrtausendwende Fahrt aufnahm, dachte ich mir: Jetzt müsste man einen richtig guten, analogen Buchladen eröffnen. Einen Ort, der mich mehr anzieht, als es Laptop und Bequemlichkeit vermögen. Einen solchen Ort gibt es bestimmt, bloss hab ich ihn nicht gefunden. Über Leseoasen, gutes Personal und den letzten Vorsprung, den wir Menschen gegenüber Amazon und der KI noch haben.

Roger Koch
Oct 292 min read


Vom Leben aus erster Hand
Die Frage aller Schulfragen kam auch diesmal, schon in den ersten fünfzehn Minuten: «Warum müssen wir das lernen?!» Im Schulzimmer fiel mir nur eine Antwort ein, die übrigen kamen zu Hause. Hier ist er, leicht verspätet: der ultimative Antwortkatalog für Jugendliche, Eltern und Lehrpersonen. Über einen vollen Rucksack, eine Treppe, ein Buch über Tabakpfeifen und den Einwand, die KI wisse ohnehin alles.

Roger Koch
Oct 222 min read


Von den Nebenrollen im Alltagstheater
Von den Kassiererinnen in unserer Schulkantine sind mir zwei in Erinnerung geblieben: die eine chronisch schlecht gelaunt, die andere immer gut drauf. Bloss Nebenrollen, die Hauptrollen spielten ja wir Lehrer. Und doch unterrichtete ich schlechter oder besser, je nachdem, wer an der Kasse sass. Über ansteckende Menschen und die Frage, wie wichtig uns die Nebenrollen sind.

Roger Koch
Oct 151 min read


Vom Schwitzen
Bei Diction schrieb ich alle Weihnachtskarten von Hand, bei Heimat bekommt jeder Neukunde eine handgeschriebene Karte. Mühsam, aber es wirkt. Nur schreiben in Arizona inzwischen Roboter mit echten Stiften, rund 30'000 Karten am Tag. Wenn sich selbst die Handschrift fälschen lässt, gerät auch die echte Karte unter Verdacht. Über die Frage, wie man heute noch so schwitzt, dass es beim Kunden ankommt.

Roger Koch
Oct 81 min read


Vom Reputationsrisiko Koch
Acht Jahre war ich Lehrer, dann zog es mich «raus in die Welt». Gut zwanzig Jahre später wollte ich zurück ins Schulzimmer. Keine halbe Stunde nach meiner Bewerbung war ich wieder ausgeladen: CBD-Firma, Raucherbilder auf Google, Reputationsrisiko. Über sichtbare Sünden und den Massstab, über den ich gern gestritten hätte.

Roger Koch
Oct 12 min read


Von der Motivklauberei
Ein herrlicher Abend im Restaurant, ein überschwängliches Kompliment an Küche und Service, und prompt der Vorwurf: «Das tust du doch nur, weil du dir fürs nächste Mal eine Sonderbehandlung erhoffst.» Stimmts? Ich weiss es nicht. Was ich aber weiss: Des Pudels Kern liegt im Wörtchen «nur». Über gemischte Motive, Bonus und Nachtschicht und darüber, wen die Motivklauber vergessen.

Roger Koch
Sep 241 min read


Von unser täglich McKinsey
Mein allererster LinkedIn-Post endete auf «Gut so, Claude?». Ich hatte vergessen, die letzte Zeile zu löschen. Peinlich, denn gerade wir KMUler sind so stolz darauf, keine Berater zu brauchen, und machen uns gern über McKinsey & Co. lustig. Dabei öffnen wir täglich Claude und tun, was er sagt. Die Börse hat das längst begriffen, die Berater selber auch. Über Bescheidenheit, eine Sitzordnung und die Frage, wer bei einer Idee vorne sitzt.

Roger Koch
Sep 172 min read


Von der Ownership
Beim Minecraft-Gamen laggt es, mein Sohn verliert die Geduld und drischt auf seinen Teddy ein. Sein Argument: «Er gehört mir, ich kann damit tun, was ich will!» Darf man zerstören, «mein» ist? Intuitiv sagen wir Nein. Aber warum eigentlich nicht? Über ein kleines Wort mit vielen Bedeutungen, über Augustinus und darüber, warum Chefs zwischen «mein Geld», «meine Firma» und «meine Leute» unterscheiden sollten.

Roger Koch
Sep 101 min read


Vom alten Wein in jungen Schläuchen
Economiesuisse, Gewerbe- und Arbeitgeberverband geisseln die Schule: Die Jungen seien Schläuche im Schreiben und Rechnen. Alle Jahre wieder? Diesmal haben die Verbände recht. Denn wir beherrschen jede neue Technologie mit alten Fertigkeiten. Über meine erste Mail mit 21, den Mythos der Digital Natives und das analoge Reservat.

Roger Koch
Sep 32 min read


Vom Krampf mit unserer Biologie, Teil II
«Alles eine Frage des Masses», sagen die Vernünftigen. Klingt furchtbar schlau, ist aber eine als Antwort verkleidete Frage: Woran erkenne ich das Zuviel, bevor es zu spät ist? Teil II über Begegnung und Urteilsvermögen – und warum ausgerechnet jene auf verlorenem Posten kämpfen, die ihre Biologie beherrschen wollen: Wer wagt, kann das Masshalten lernen. Wer ausweicht, hat nur die Dauerschleife des eigenen Ichs.

Roger Koch
Aug 272 min read


Vom Krampf mit unserer Biologie, Teil I
Beim Abendessen sagte mir die CEO eines chinesischen Tabakkonzerns: «Die Menschen wollen süchtig sein.» Hatte sie recht? Über den Bio-Rebellen, der seine Biologie im Rausch sprengen will, und seinen unheiligen Bruder, den Bio-Wächter, der sie pausenlos überwacht – und über die überraschende Rechnung, die beide der Gesellschaft stellen. Teil I von II.

Roger Koch
Aug 202 min read


Vom ökonomischen Prinzip
Sommerferien, München, Parfumabteilung: Mein Sohn findet sein Parfum bei Breuninger und will es online bestellen, 20 Franken günstiger. Eine Vater-Sohn-Verhandlung übers ökonomische Prinzip, über Showrooming und die Frage, wer eigentlich das Ausprobieren bezahlt. Mit einer Lektion für beide Seiten.

Roger Koch
Aug 61 min read


Von der Ödnis des Ichs
Mein Bruder zeigt mir eine Software, die jedes Lied auf meinen Geschmack hinbiegt. Spotify kennt meine Range, das Müesli kommt nach meinem Gusto, und der Architekt fragt, wie mein Haus aussehen soll. Warum muss eigentlich alles so nach mir aussehen? Ein Essay über delegierte Ratlosigkeit.

Roger Koch
Jul 301 min read


Vom Kompass
«Warum macht deine Firma nicht mehr für den Umweltschutz?!» Die Frage eines Freundes in der Brasserie Federal – und eine Antwort, die uns beide ertappte. Über begrenzte Energie, Partikularinteressen aus Politik und Büro und die Frage, warum ein Kompass nur mit Norden funktioniert. Und was Jack Sparrow damit zu tun hat.

Roger Koch
Jul 232 min read


Vom kalkulierten Kind
Zwei Hochzeiten, ein Ausreisser, ein zerknittertes T-Shirt: Roger Koch über die Qual des Ob und Wann – und warum Kinder nie in den Kalender passen, aber immer ins Leben.

Roger Koch
Jul 152 min read


Von Stolz und Bauernschläue
Kein grösserer Zankapfel, keine heissere Kartoffel als Kundenreklamationen. Warum Sie sich nicht rechtfertigen sollten, welche Sätze stattdessen wirken – und was ein stolzer Mitarbeiter damit zu tun hat.

Roger Koch
Jul 92 min read


Von der geliehenen Stimme
Ich hatte die Beiträge von H. K. sehr gern gelesen. Scharfzüngig, gelegentlich bissig, oft klug. Nur sind die meisten Formulierungen erkennbar die einer KI, nicht seine eigenen. Schlimm? Eigentlich nicht, dachte ich – bis ich ihn zum Kaffee traf.

Roger Koch
Jul 12 min read


Vom Kennenlernen
Wir suchten einen Business Developer und hatten die Nase voll vom CV-Bingo. Dann der Satz einer Kollegin: Wenn uns die Person wichtiger ist als die Skills, warum rekrutieren wir dann nicht wie beim Dating? Über einen sehr persönlichen Fragebogen, acht Bewerbungen statt der üblichen Flut und eine Methode, die bei uns zum Standard wurde.

Roger Koch
Jun 252 min read


Von Mangel und Wille
«Wir sind reich, wenn wir gesund sind», postete ein Gesundheitsportal – und verdarb mir den Fussballabend. Denn der Satz stimmt für fast alles, nicht nur für die Gesundheit. Über das Minimumprinzip der Pflanzen, den Engpass, der alles bestimmt, und eine unbequeme Frage: Was fehlt mir?

Roger Koch
Jun 242 min read
bottom of page