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Von unser täglich McKinsey
Mein allererster LinkedIn-Post endete auf «Gut so, Claude?». Ich hatte vergessen, die letzte Zeile zu löschen. Peinlich, denn gerade wir KMUler sind so stolz darauf, keine Berater zu brauchen, und machen uns gern über McKinsey & Co. lustig. Dabei öffnen wir täglich Claude und tun, was er sagt. Die Börse hat das längst begriffen, die Berater selber auch. Über Bescheidenheit, eine Sitzordnung und die Frage, wer bei einer Idee vorne sitzt.

Roger Koch
16 hours ago2 min read


Von der Ownership
Beim Minecraft-Gamen laggt es, mein Sohn verliert die Geduld und drischt auf seinen Teddy ein. Sein Argument: «Er gehört mir, ich kann damit tun, was ich will!» Darf man zerstören, «mein» ist? Intuitiv sagen wir Nein. Aber warum eigentlich nicht? Über ein kleines Wort mit vielen Bedeutungen, über Augustinus und darüber, warum Chefs zwischen «mein Geld», «meine Firma» und «meine Leute» unterscheiden sollten.

Roger Koch
Sep 101 min read


Vom alten Wein in jungen Schläuchen
Economiesuisse, Gewerbe- und Arbeitgeberverband geisseln die Schule: Die Jungen seien Schläuche im Schreiben und Rechnen. Alle Jahre wieder? Diesmal haben die Verbände recht. Denn wir beherrschen jede neue Technologie mit alten Fertigkeiten. Über meine erste Mail mit 21, den Mythos der Digital Natives und das analoge Reservat.

Roger Koch
Sep 32 min read


Vom Krampf mit unserer Biologie, Teil II
«Alles eine Frage des Masses», sagen die Vernünftigen. Klingt furchtbar schlau, ist aber eine als Antwort verkleidete Frage: Woran erkenne ich das Zuviel, bevor es zu spät ist? Teil II über Begegnung und Urteilsvermögen – und warum ausgerechnet jene auf verlorenem Posten kämpfen, die ihre Biologie beherrschen wollen: Wer wagt, kann das Masshalten lernen. Wer ausweicht, hat nur die Dauerschleife des eigenen Ichs.

Roger Koch
Aug 272 min read


Vom Krampf mit unserer Biologie, Teil I
Beim Abendessen sagte mir die CEO eines chinesischen Tabakkonzerns: «Die Menschen wollen süchtig sein.» Hatte sie recht? Über den Bio-Rebellen, der seine Biologie im Rausch sprengen will, und seinen unheiligen Bruder, den Bio-Wächter, der sie pausenlos überwacht – und über die überraschende Rechnung, die beide der Gesellschaft stellen. Teil I von II.

Roger Koch
Aug 202 min read


Vom ökonomischen Prinzip
Sommerferien, München, Parfumabteilung: Mein Sohn findet sein Parfum bei Breuninger und will es online bestellen, 20 Franken günstiger. Eine Vater-Sohn-Verhandlung übers ökonomische Prinzip, über Showrooming und die Frage, wer eigentlich das Ausprobieren bezahlt. Mit einer Lektion für beide Seiten.

Roger Koch
Aug 61 min read


Von der Ödnis des Ichs
Mein Bruder zeigt mir eine Software, die jedes Lied auf meinen Geschmack hinbiegt. Spotify kennt meine Range, das Müesli kommt nach meinem Gusto, und der Architekt fragt, wie mein Haus aussehen soll. Warum muss eigentlich alles so nach mir aussehen? Ein Essay über delegierte Ratlosigkeit.

Roger Koch
Jul 301 min read


Vom Kompass
«Warum macht deine Firma nicht mehr für den Umweltschutz?!» Die Frage eines Freundes in der Brasserie Federal – und eine Antwort, die uns beide ertappte. Über begrenzte Energie, Partikularinteressen aus Politik und Büro und die Frage, warum ein Kompass nur mit Norden funktioniert. Und was Jack Sparrow damit zu tun hat.

Roger Koch
Jul 232 min read


Vom kalkulierten Kind
Zwei Hochzeiten, ein Ausreisser, ein zerknittertes T-Shirt: Roger Koch über die Qual des Ob und Wann – und warum Kinder nie in den Kalender passen, aber immer ins Leben.

Roger Koch
Jul 162 min read


Von Stolz und Bauernschläue
Kein grösserer Zankapfel, keine heissere Kartoffel als Kundenreklamationen. Warum Sie sich nicht rechtfertigen sollten, welche Sätze stattdessen wirken – und was ein stolzer Mitarbeiter damit zu tun hat.

Roger Koch
Jul 92 min read


Von der geliehenen Stimme
Ich hatte die Beiträge von H. K. sehr gern gelesen. Scharfzüngig, gelegentlich bissig, oft klug. Nur sind die meisten Formulierungen erkennbar die einer KI, nicht seine eigenen. Schlimm? Eigentlich nicht, dachte ich – bis ich ihn zum Kaffee traf.

Roger Koch
Jul 22 min read


Vom Kennenlernen
Wir suchten einen Business Developer und hatten die Nase voll vom CV-Bingo. Dann der Satz einer Kollegin: Wenn uns die Person wichtiger ist als die Skills, warum rekrutieren wir dann nicht wie beim Dating? Über einen sehr persönlichen Fragebogen, acht Bewerbungen statt der üblichen Flut und eine Methode, die bei uns zum Standard wurde.

Roger Koch
Jun 252 min read


Von Mangel und Wille
«Wir sind reich, wenn wir gesund sind», postete ein Gesundheitsportal – und verdarb mir den Fussballabend. Denn der Satz stimmt für fast alles, nicht nur für die Gesundheit. Über das Minimumprinzip der Pflanzen, den Engpass, der alles bestimmt, und eine unbequeme Frage: Was fehlt mir?

Roger Koch
Jun 242 min read


Von der Gefahr des Geländers
«Halten Sie sich doch bitte am Geländer fest.» Ein freundlicher Satz bei einem Firmenrundgang – und ein Unbehagen, das bleibt. Über den Preis, der bei aller Prävention unter den Tisch fällt, und über das, was wir dabei verlernen: das Eingehen von Risiken. Folge XII der Reihe.

Roger Koch
Jun 112 min read


Von der Selbstvergessenheit
46 Stunden am Stück gezockt, mit meinem 22-jährigen Sohn, dreimal verloren – und selten habe ich mich vitaler gefühlt. Wie kann etwas derart Zweckloses so sinnvoll sein? Über den Unterschied zwischen Zweck und Sinn, und darüber, warum wir uns am wohlsten fühlen, wenn wir uns selbst vergessen.

Roger Koch
Jun 71 min read


Vom Beherrschen der Ränder
Es wird mal wieder geschnödet, diesmal im Lehrerzimmer. Über den Neuen, der sich so ins Zeug legt, dass man selbst beschämt wird. «Das ist schon zweischneidig, denn es wirft ein schlechtes Licht auf alle, die nicht so viel Zeit haben.» O-Ton. Kein Witz. Gibt es natürlich nicht nur in der Schule. Überall sitzen sie, die Beargwöhner, die jene mit Verachtung strafen, die länger bleiben, sich ins Zeug legen, Freude an der Arbeit haben. Das kann doch nicht normal sein! Vielleicht

Roger Koch
May 282 min read


Von Mode und Wahrheit
Letzte Woche beim Mittagessen mit den pubertierenden Kindern mal wieder eine jener Diskussionen über Sinn und Unsinn von Schreiben und Schule. Es geht hin und her, es wird laut und lauter, und am Ende schleudert mir mein Sohn siegessicher entgegen: «Schreiben am Laptop ist modern, von Hand schreiben ist einfach überholt!» Aha. «Überholt»?! Was soll das denn eigentlich heissen … Hört man ja auch im Unternehmenskontext immer wieder: Dieser Ansatz ist aus der Mode, jene Theorie

Roger Koch
May 212 min read


Meine Auffahrt
Gestern war ich glücklich. So richtig. Ich hatte ein schwieriges Kapitel fertig, an dem ich tagelang gearbeitet hatte. Der Auftrag ist gross, das Thema vielschichtig, ich hatte mich entschieden, einen literarischen Block aus Salingers Buch «A Girl I Knew» in ein Businesskonzept einzuweben. Aber die Abfolge war nicht stimmig, die Sätze holprig. Hier ein Abschnitt rein, dort ein Wort raus – mit Claude gelang es mir endlich. Ich lehnte mich zurück, rauchte, genoss den Moment und

Roger Koch
May 142 min read


Von den verdammten LinkedIn-Posts
Es ist mal wieder Mittwoch, der Donnerstag naht, das Wordfile strotzt vor angefangenen Ideen, der Cursor lacht mich aus. Ich schreibe an diesen verdammten LinkedIn-Posts verdammt lange, bin selten zufrieden, aber heilfroh, wenn sie endlich fertig sind. Oft rund, zu rund vielleicht, ich sollte kantiger schreiben, weiss nicht wie, habe mir deshalb Tropmanns «11 Zutaten für sündhaft verführerische Texte» heruntergeladen (der Download ist übrigens zu empfehlen). Ansonsten ist die

Roger Koch
May 71 min read


Vom Klatschen und Tratschen
Wenn ich in unsere kleine Firmenküche komme und mindestens zwei Leute dort herumstehen, wird immer über etwas geredet – noch mehr über jemanden. Über den Kollegen, der einfach nicht zum Punkt kommen kann. Über die Mitarbeiterin, die jeden Satz mit «oder» abschliesst. Über den Neuen, der schon wieder krank ist. Manchmal klingt es auch anders: «Wenn die bei den Sitzungen dabei ist, kommt immer etwas Schlaues heraus – ohne sie hätten wir gestern noch lange rumhirnen können.» Ode

Roger Koch
Apr 301 min read
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