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Vom Beherrschen der Ränder

  • Writer: Roger Koch
    Roger Koch
  • 7 days ago
  • 2 min read

Es wird mal wieder geschnödet, diesmal im Lehrerzimmer. Über den Neuen, der sich so ins Zeug legt, dass man selbst beschämt wird. «Das ist schon zweischneidig, denn es wirft ein schlechtes Licht auf alle, die nicht so viel Zeit haben.» O-Ton. Kein Witz.


Gibt es natürlich nicht nur in der Schule. Überall sitzen sie, die Beargwöhner, die jene mit Verachtung strafen, die länger bleiben, sich ins Zeug legen, Freude an der Arbeit haben. Das kann doch nicht normal sein!


Vielleicht sind beide Typen Randerscheinungen: die richtig Guten und die richtig Schlechten. Mag sein. Aber als Führungsperson müssen Sie genau diese Ränder beherrschen – denn damit geben Sie die Richtung vor.


Konkret: Fördern Sie die Guten, was das Zeug hält. Nicht befördern, das Peter-Prinzip lauert um die Ecke. Fördern heisst Leistung anerkennen: Loben Sie konkret und altmodisch. Drücken Sie Feriengeld in die Hand. Gehen Sie ins Büro und sagen Sie: «Danke für das Projekt. Morgen nimmst du dir frei.» Und das nur bei den Besten, nicht bei allen.


Dann die andere Seite: Wir kennen jene Napoleons im Team, die heimlich einen Staat im Staat bauen. Die Ihre Autorität mit dummen Sprüchen untergraben. Die mit ihrem Zynismus den Brunnen vergiften. Für die gilt: ein klärendes Gespräch, eine schriftliche Verwarnung, die Entlassung. Trennen Sie sich von solchen Leuten – um jeden Preis: Stellen Sie sie frei, nehmen Sie einen Rechtsstreit in Kauf, zahlen Sie eine Abfindung. Nicht, weil das gerecht wäre, sondern weil es für Sie keinen Grund geben darf, solche Leute zu behalten.


Wir warten zu lang, schauen weg, eiern herum.


Dabei ist die Rechnung simpel: Die Guten kosten Sie ein Lob, Geld und einen freien Tag. Die Schlechten kosten Sie Schlaf, Autorität – und am Ende Ihre besten Leute.

 
 
 

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