Von den verdammten LinkedIn-Posts
- Roger Koch

- May 7
- 1 min read
Es ist mal wieder Mittwoch, der Donnerstag naht, das Wordfile strotzt vor angefangenen Ideen, der Cursor lacht mich aus. Ich schreibe an diesen verdammten LinkedIn-Posts verdammt lange, bin selten zufrieden, aber heilfroh, wenn sie endlich fertig sind. Oft rund, zu rund vielleicht, ich sollte kantiger schreiben, weiss nicht wie, habe mir deshalb Tropmanns «11 Zutaten für sündhaft verführerische Texte» heruntergeladen (der Download ist übrigens zu empfehlen). Ansonsten ist die Schreiberei einfach eine Plackerei.
Und wie immer, wenn der Weg steil wird und der Schweiss rinnt, dann lockt sie wieder: die Versuchung der Abkürzung.
Und die geht so: Alle meine bisherigen Posts bei Claude hochladen, der KI das Thema vorgeben – mach du mal. Oder eine Person, die besser schreibt als ich, «einladen», meinen Post zu schreiben – du kannst es besser. Oder gleich das Feld wechseln, weg von der Post-Reihe hin zum Kommentieren anderer geistiger Ergüsse – das Gras ist anderswo grüner.
Verschieben, abschieben, ducken, bloss nicht durchhalten. Das Axiom, übernommen von unzähligen Shorts, Werbebotschaften und Marketingkampagnen, habe ich längst verinnerlicht: Wenn es anstrengend ist, mache ich etwas falsch. Es muss doch einen einfacheren Weg geben.
Kommt Ihnen bekannt vor? Das unumstössliche, aber nagende Credo, es müsse auch einfacher gehen, bloss die richtige Methode noch nicht gefunden, damits leichtfüssig bergangeht. Vielleicht stimmt ja eher das Gegenteil, weiss übrigens schon die Bibel: Der Weg ist breit, der zur Verdammnis führt (Matthäus 7,13).
Vielleicht sind ja gar nicht die LinkedIn-Posts verdammt. Sondern die Propheten der Abkürzung.



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